Finnland auf Hecht und Eierschwämme..........


Mittelfinnland - Land der tausend Seen



Um es vorwegzunehmen, Finnland ist für den stressgeplagten Fischer vom Kontinent ein lohnendes Urlaubsziel. Bei geheimnisvoller
Morgenstimmung ziehen Nebelschwaden dicht über die Wasserfläche und die Hechtpirsch wird ab und zu von den Lockrufen des
Eistauchers begleitet. Mit Garantie auch für manchen gestandenen Profi ein gewaltiges Erlebnis. Finnland ist extrem dünn besiedelt
und besitzt die zehnfache Fläche der Schweiz. So verwundert es nicht, dass schon in nächster Nähe zu den Zentren eine intakte Natur
vorgefunden wird. Die Ausmasse dieses Landes würden die Möglichkeit dieses Berichtes sprengen. Daher beschränkt sich dieser
Reisebericht auf die mittelfinnische Seenplatte mit seinen spektakulär gezeichneten Forellen und Hechten. Saimaa nennen die Finnen
das Flusssystem, dass die schier endlose, über 7000 Km2 messende Seenlandschaft durchfliesst. Aus der Vogelperspektive betrachtet,
reihen sich die glasklaren Juwelen wie Perlenketten aneinander. Durch die mit fünfzigtausend Kilometer unglaublich lange Uferlinie
scheint das Land dazwischen aus Inseln zu bestehen. Bedingt durch die Entwässerung im Süden des Landes werden die
zusammenhängenden Gewässer in Strömung versetzt. Dies macht sich besonders an den zahlreichen Engpässen bemerkbar.
Durch den Höhenunterschied einzelner Seen entstehen dort, die unter den Fischen und Fischern begehrten Rapids. Dies sind
wild tosende, aber teilweise auch gemächlich fliessende, kurze Flussstrecken der subarktischen Forellen- oder Äschenregion.
Das mystische Saimaagewässersystem wird von kapitalen Browntrouts bevölkert. In die zahlreichen, starken Stromschnellen
wandern jeweils nachts kapitale Forellen aus den Seen ein. Als weiters Highlight präsentiert sich der spektakuläre Kolovesi mit seinen
zahlreichen grossen Egli und Hechten. Besonders für Ruheliebende empfiehlt sich die weiter nördlich liegende Lodge Eräpaimen
mit Unmengen an Hechten.

Die Stromschnellen von Kerma

www.heinavesi.fi/default.asp
www.fishing.fi/1id_3189__iid_11554__l_e.asp

70 Kilometer westlich des Flughafens Joensuu befindet sich die Siedlung Kerma mit den gleichnamigen höchst interessanten
Stromschnellen. Während der ruhige Unter- und Oberlauf von Hechten und Egli besiedelt ist, fängt man innerhalb der starken
Strömung praktisch ausschliesslich extrem kampfstarke Forellen und mit Glück einen der seltenen Süsswasserlachse. Vereinzelt
gehen in ruhigeren Abschnitten auch Egli an den Haken. Die heisse Zeit auf kapitale Forellen beginnt um elf Uhr Nachts, also bei
absoluter Dunkelheit. Zu dieser Zeit wandern die grossen Exemplare aus den umliegenden Seen in das sauerstoffreiche Wasser
ein. Als beste Köderwahl während der Dunkelheit gilt eine grosse Nassfliege in weisser Farbe mit silbernen Flanken.
Diese Farbgebung scheint der entscheidende Faktor für den Erfolg bei Dunkelheit zu sein. Während meinem Besuch im September
fischten die spärlich vorhandenen, einheimischen Fischer ausschliesslich Nachts. Eine erstmalige Nachahmung ist jedoch
nur in Begleitung eines ortsansässigen Guide zu Empfehlen. Die meisten Bisse verzeichnete ich während der Morgendämmerung.
Diese Zeit entpuppte sich als äusserst interessante und naturgeladene Pirsch mit zahlreichen extrem schön gefärbten Saimaa-Brownis.
Zwar waren die Fanggrössen nicht vergleichbar mit den Fischen der Finsternis, doch die Zweipfundmarke wird oft erreicht.














Auf Flussbarsch im Kolovesi – Schutzgebiet

hazor.iki.fi//2003/kolovesi/kuvat/

Der Kolovesi ist eine wildzerklüftete Gegend und gilt als Rückzugsgebiet der vom Aussterben bedrohten, im Süsswasser lebenden
Saimaa-Robbe. Sie ist ein Relikt der letzten Eiszeit und in ihrer Existenz überaus bedroht. Daher steht das ganze Gebiet unter Schutz.
Motorboote sind verboten. Lediglich Ruderboot und Kanu sind in beschränkter Anzahl erlaubt. Der körperlich fitte Fischer erreicht
daher in kurzer Zeit praktisch unberührte Stellen. Ein grösseres Problem stellt die Verfügbarkeit an Ruderbooten dar. Dazu ist eine
Planung in der Schweiz unabdingbar. Einmal auf dem Wasser, eröffnet sich eine interessante Fischerei. Grosse Barsche tummeln
sich besonders am Fusse der steil hochragenden Felsformationen. Als allgegenwärtige Spielverderber bei der Eglifischerei
entpuppten sich die vielen kleinen und mittleren Hechten, die sich sehr zahlreich an allen möglichen, für den Eglifang gedachten
Köder vergriffen. Trotz seines enormen Fischreichtums empfiehlt sich diese Gegend nur jenen Petrijüngern die neben der Fischerei
auch für die Schönheit der grandiosen Landschaft des unberührten Kolovesi empfänglich sind.







Mondäne Eräpaimenlodge

www.erapaimen.fi/de/

Als absolute Topdestination für den ruhesuchenden Hecht- und Eglifischer gilt die idyllisch gelegene Eräpaimenlodge. Sie liegt rund
50 Kilometer nördlich von Kerma an einem Engpass des Seensystems. Der Eigentümer führt diese Oase selbst. Analog zu seiner
Begabung als Guide und Naturkenner, kocht seine Frau Spezialitäten wie Elch- und Bibergerichte in höchster Güte. Diese Lodge besitzt
alle Vorzüge die einen wohltuenden Fischerurlaub ausmacht. So gehört dort die finnische Rauchsauna mit anschliessendem Bad im 
Quellteich zum täglichen Ausklang einer erfolgreichen Hechtpirsch. Die Fischerei ist sehr vielseitig und die Hechte sind in grosser Anzahl
präsent. Die Durchschnittsgrösse liegt jedoch unter den Fängen im Archipelago im Süden Finnlands. Doch ist die Fischerei äusserst
spannend. Unbeschränkte Möglichkeiten für eine interessante Pirsch entlang der zahlreichen Schilfgürtel, begleitet von den Rufen des
Eistauchers, in praktisch unberührter Gegend lässt das Anglerherz höher schlagen. Erwischt man eine gute Beisszeit gehören auf einem
gut besetzten Boot Doppeldrills zur Tagesordnung. Topköder ist der hechtfarbene Wobbler von Savage Gear und Rapala. Auch Löffel
in diversen Farben sowie Gummifische bringen Erfolg. Während der warmen Monate muss tief gefischt werden. Tote Rotaugen am
System, sowie tieflaufende Wobbler sind dann angebracht. Zu dieser Zeit geben die Schilfgürtel nur kleine Hechte bis 80 Zentimeter her.
Beim Eglifang mit den entsprechend kleinen Ködern gehen auch in diesem Teil des Gewässersystems sehr zahlreich kleine Hechte
an den Haken. Für den ergiebigen Fang an Pfannenegli für die abendliche Küche auf Eräpaimen ist der kleine Twister angebracht.
Erwähnenswert ist auch die abenteuerliche Eisfischerei im Winter mit beachtlicher Ausbeute an Hecht, Zander und grosse Felchen.












 

Angelgerät

Fliege
6er und 7er Rute/Rolle
kleine farbenfrohe Streamer für Barsch, schockfarben für Brown Trout und grosse, weisse Streamer auf die kapitalen Saaima Forellen
an der Stromschnellen.

Spinnfischen
Mittelstarke Spinnrute 2.40 - 2.70m
Geflochtene Schnur 0.16mm
Auf Hecht Gummi und Wobbler: Savage Gear 4-play in hechtdekor und silberfarben. Löffel und grosse Spinner gehen weniger gut.
Auf Forelle kleine orangefarbene Wobbler