Namaycush

Salvelinus namaycush - Kanadischer Seesaibling Die Mutter aller Namaycush-Seen in Graubünden ist der Silsersee im Engadin.

Der Namaycush Saibling lebt aber auch in einigen Berg- und Stauseen in ganz Graubünden. Diese Fischart wurde schon im letzten Jahrhundert
aufgrund ihrer ausgeprägt positiven Eigenschaften in kühlen Seen ausgesetzt. Die Bewirtschaftung des Namaycush war
vor Jahrzehnten eine eigentliche Erfolgsgeschichte.
Durch ihre extreme Anpassung an eisige Wassertemperaturen wuchs der Kanadische Saibling auch in hochgelegenen Bergseen zu
gut genährten Individuen ab. In kühlen Seen in denen unsere einheimischen Fische ein armseliges Leben fristeten und mit wenigen
Ausnahmen Kümmerwuchs zeigten, hat der Kanadier schon zur Eisschmelze im Juni Fett eingelagert. Nach zwanzig Jahren
Unterbruch werden seit einigen Jahren in einigen ausgewählten Seen wieder Jungfischchen eingesetzt. Dies unter ständiger
Erfolgskontrolle des Amtes für Fischerei.
Jungfische sind anfangs schlank. Im Gegensatz zu den Forellen setzt der Kanadische Saibling erst mit über 30 Zentimeter Länge
richtig Fleisch an. Geschlechtsreif und damit bereit für die Reproduktion sind sie erst ab dem 7. oder 8. Lebensjahr.
In den meisten Seen Graubündens sind sie dann längst gefangen worden.

Namaycush zeigen im Gegensatz zum Europäischen Saibling (Salvelinus alpinus) und dem Amerikanischen Bachsaibling
(salvelinus fontinalis) nur sehr selten Kümmerwuchs. In Graubünden ist dies lediglich im Lai Negr bei Bergün und im
Hirlisee bei Innerferrera der Fall.

 
Namaycush wurde auch zur Reduktion der verbutteten Saiblingspopulationen besetzt



Konditionsvergleich Bachforelle vs. Namaycush als Beispiel im Urdensee aus dem Jahre 2000
Während der Kanadier auch im Winter unter der Eisdecke Nahrung zu sich nimmt muss sich die Forelle auf die wenigen Monate
ohne Eisdecke konzentrieren. Auch sind die Kanadier weniger wählerisch was die Zusammensetzung der Nahrung betrifft.





Ein Bild längst vergangener Jahre! Alt Fischereiaufseher Toni Klucker beim sogenannten "Raubfischfang" mit dem Netz am Silsersee.
Nach einem starken Rückgang der Erträge beim Seesaibling wurde der Namaycush verdächtig, den Fischbestand stark zu dezimieren.
Für die sehr hohen Erträge an Saiblingen früherer Jahre, war aber wohl eher der menschenverursachte Nährstoffeintrag in die Engadiner 
Talseen verantwortlich. Massenfänge an Fischen in pfannengrösse waren dazumal denn auch insbesondere im Bereich der Einleitstellen
von geklärtem Abwasser zu erzielen.  



Namaycush beim Eisfischen gefangen.
Eisfischen ist in Graubünden am Silsersee möglich. Jedoch sind die Fangaussichten äusserst bescheiden.
Kanadier halten ihr Ruhephase im Hochsommer ab.