Alpenrhein

Zum Schutze der laichenden Steelhead (Wanderform Bodensee Regenbogenforelle)
wurde unterhalb Untervaz ein Teilstück gesperrt.

Quellbach Friewis, Seitenlauf des Rhein bis zur Hinweistafel rund 500 Meter abwärts
am Hauptfluss gelegen.



Der Alpenrhein lädt auch heute noch zum Fischen ein, hat aber den Glanz früherer Zeiten definitiv verloren.
Nirgends leiden die Fischbestände so wie in diesem durch den Einfluss der Wasserkraftwerke total zerschundenen Gewässer.
Doch im richtigen Moment, bei einem der seltenen Klarwassertage, können unter Beistand von viel Glück ansprechende Fänge gelingen.
Noch vor rund zehn Jahren konnte mit regelmässigen Fängen gerechnet werden. Durch verschiedene Faktoren beeinfluss kommt heute
meist eine trübe Suppe oder sogar unbefischbare Brühe des Flussbett herunter. Sunk und Schwall sowie das Stauen riesiger 
sedimentgeschwängerten Wassermassen die dann stossweise bei der Spitzenstromproduktion aus den Stauseen abgelassen werden
sind der Hauptgrund. Dazu kommen noch stark schwankende Wassertemperaturen, ebenfalls von der Stromproduktion mit ihren
hochalpinen Staubecken herrührend.

Die besten Monate für den Fang der Bachforelle sind die Monate April, August und September.
Dank der natürlichen Reproduktion* der Regenbogenforelle gibt es aber an diesem ansonsten fast fischleeren Gewässer im Februar und
März Fangchancen auf kapitale Fische die an kanadische Verhältnisse erinnern. Wie an den bekannten Steelhead Reisezielen an der
kanadischen Westküste ziehen auch hier grosse Fische den Fluss hinauf zu ihren Laichgründen. Fischfänge zwischen 50 und 70
Zentimeter gehören am St. Galler Alpenrhein während der ersten Wochen im Februar fast zur Tagesordnung. Um an diese Fische
heranzukommen sind aber gute Gewässerkenntnisse Voraussetzung. Am Bündner Rhein sind zu dieser Jahreszeit bis auf der Höhe
der Plessurmündung bei Chur ebenfalls gute Fänge möglich. 

*Reproduktion
siehe unter Lebensraum Wasser - Laichgebiet der Regenbogenforelle

Der Alpenrhein unterhalb Trimmis
Im Vordergrund in Form grosser Steine die letzten Merkmale eines ehemals strukturreichen Flusses
Bilder Chris Wittmann


Der Alpenrhein heute. Eine monotone Autobahn für den Spritzenstromproduktion ohne jegliche "Behausung" für die Fische.


Sunk und Schwall - der Tod unserer Fische und aller weiteren Wasserlebewesen.
Tatort Mastrils

Richtung Tardisbrücke Vormittags um 10:30 Uhr                                                         selbe Stelle 11:52 Uhr


Entgegen der Strömungsrichtung
11:20 Uhr                                                                                                                  12:16 Uhr


Tardisbrücke bei Landquart/Mastrils


Landquart bis zum Ellhorn an der Landesgrenze


Seltener Anblick. Tiefe Gumpen oberhalb Landquart.
Infolge Sunk und Schwall aber kaum mehr geeignet als Wintereinstand für die Fische


Deutliche Abflussspuren im Sand. Massivste Wasserschwankungen bringen täglich Jahr ein, Jahr aus, enorme künstliche Hochwasser.
Am Morgen früh ein klägliches Restwasser, dann Vormittags innert Minuten eine Zunahme der Ablussmenge um bis zum 15fachen.
Nährtiere werden abgeschwemmt und die Fische finden keine Ruhe. Insbesondere in den Wintermonaten mit verheerender Wirkung.


Natürliches Hochwasser 2008
Viel Wasser aber auch Geschiebe für die notwendige Sohlenstruktur lagern sich so ab.


An solchen Stellen suchen die Fische Schutz vor den mächtigen Fluten




Als Folge der Zerstörung dieses Gewässers kann unsere "einheimische" Bachforelle kaum noch überleben.
Weniger Anspruchsvoll ist die Regenbogenforelle die aber infolge des heftig diskutierten Besatzverbots in Fliessgewässer nicht aktiv
bewirtschaftet werden darf. Trotzdem leben sie in einer kleinen Population in diesem System.
Der Alpenrheinbestand wird vor allem durch Laichaktivitäten im winterwarmen Lichtensteiner Binnenkanal erhalten. Auf hundert Meter
Binnenkanal wurden dort bis 25'000 Jungfische gezählt.
Ein bis im Jahr 2007 heimliches und kaum bekanntens Laichgebiet liegt auch bei Untervaz am Bündner Alpenrhein. Auch da spielen
winterwarme Wasser um 6 Grad Celsius eine Rolle.

Laichgebiet Untervaz - die warmen Quellen ergiessen sich ins Rheinbett




Laichbereite Regenbogenforellen


Noch vor wenigen Jahren bedeckten einige Dutzend Laichgruben diesen temperierten Seitenarm des Rheins


Die frühsommerliche Schneeschmelze drängt die aufwachsenden Jungfische ins Rheinbett


Hochbedrohte Strömer suchen dann bei der Quelle Schutz


Kaum noch zu beobachten im "Abflusskanal" Rhein. Bei Friewis im Quellgebiet leben noch verschiedenen Insektenlarven.


Original Bündner Regenbogenforelle


Mastrilser Schönheit


Ebenfalls eine Bündner Regenbogenforelle aus Maienfeld


Laufrollen lassen eine sehr effiziente Drift des Köders zu


Seltener Fang - eine lupereine Bachforelle vom Churer Rhein


Felsberger Trio


Im Winterhalbjahr gibt es die meisten Tage mit klarem Wasser. Daher sind auch dann die Chancen auf Fänge am besten.


Die richtig grossen Fische werden meist im St. Galler Rhein gefangen.
Auch da gibt es im Lichtensteiner- und Werdenberger Binnenkanal laichende Regenbogenforellen

St. Galler Alpenrhein

Seeforelle und Regenbogenforelle aus dem Rhein bei Buchs


Winterliches Angelerlebnis




Glückliche Fischer sind auch Gewässerschützer


Seeforellen werden im Unterlauf des Rheins ab und zu gefangen.


In den tiefen Rinnen des St Galler Rheins finden grossen Fische noch ein wenig Ruhe.