Der Hecht

Status:

In Graubünden seit der Rheinkorrektur anfangs des 20. Jahrhunderts kein natürliches Vorkommen.
An wenigen Seen gibt es durch illegalen Besatz oder Wasservögel welche die klebrigen Eier verfrachten, einen kleinen Bestand.

Das territoriale Verhalten des Hechtes verhindert an den nahrungsarmen Gewässern eine gute und nachhaltige Fischerei
bei Entnahme von plus 50cm Fischen. Der Hecht besetzt ein Revier, welches er gegen Artgenossen verteidigt. Daher kann
es nie viele Grossfische geben! Wird z.B. in der Zizerser Badegumpe ein 70er oder grösser entfernt, dauert es viele Jahre
bis die Lücke wieder geschlossen ist und damit das Gleichgewicht wieder hergestellt ist.


Badeweiher Zizers,
Dieser Weiher wie auch sein kleiner Nachbarweiher beherbergen Fische seit seiner Entstehung. Da er abhängig vom Grundwasser
des nahen Rhein ist, schwankt der Pegel massivst. Der Hecht ist kaum noch vorhanden. Restbestand an Fischen um 30 Zentimeter
Länge. Früher gab es ohne Befischungsdruck eine natürliche Zusammensetzung verschiedenster Altersklassen und damit ein
ansehnlichen Bestand. In den letzten Jahren, wurden die wertvollen Grossfische getötet. Die wichtige Alterspyramide ist daher zerstört
und die Fischerei völlig unattraktiv. Infolge der Sohleneintiefung und enormen Sunk/Schwall im nahen Rhein, fällt ein Grossteil des Weiher
im Tagesverlauf trocken und die Fische stranden / verenden.
Der kleine Nachbarweiher ist infolge Sohlenerosion im Rhein, seit einigen Jahren komplett ausgetrocknet und die Fische sind verendet.

Badesee Laax,
Hechte Privatsee - Tageskarten

Stausee San Bernardino,
extrem schwierige Fischerei auf Hecht. Spärliches Vorkommen.

Lago Dosso
Hecht spärlicher, schwindender Bestand

Canovasee,
Hecht, Flussbarsch, Rotaugen, Karpfen Privatgewässer

Taraspersee,
Hecht Privatgewässer

Der Hecht spielt bei der Bündner Fischerei eine untergeordnete Rolle. Dennoch gibt es einige Seen mit einem schwachen oder
mittleren Bestand dieses attraktiven Fisches. Der grosse Nachteil bei dieser Fischart ist, dass die Fischerei, in Kleinseen wie
jene in Graubünden, schon mit wenige Fängen/Entnahmen zum Erliegen kommen kann. So beherbergt beispielsweise der Zizerser
Badesee kaum noch Fische jenseits 30 Zentimeter.


Unser Verein bietet Neumitgliedern, die bei uns im Verein angeschlossen sind, die Möglichkeit eine Instruktion
zum Hechtfang zu geniessen. Im Vordergrund steht der sorgsame Umgang, die Angeltechnik
und die Biologie dieses Fisches.
--------------   Anmeldung unter Kontakt! cwfv@bluewin.ch

Aus vergangener Zeit

Der Hecht unterscheidet sich von vielen anderen Fischarten dadurch, dass er ein relativ grosses Revier beansprucht.
Dies ist auch der Grund wieso Kleinseen wie z. B. die kleine Zizerser Badegumpe nur wenige Hechte fortgeschrittenen Alters beherbergt.
In früheren Jahren als noch kaum jemand diese Fische tötete lebten immer zwei bis drei Exemplare über einem Meter drin.
Sie sorgten auch dafür dass nicht zu viele Halbstarke um 50-70cm die Futterfische übermässig reduzierten.
Eine Entnahme muss daher an solchen Gewässern, möchte man die Hechtfischerei nicht zum Erliegen bringen,
auf Eigenbeschränkung der laichreifen Fische über 50cm basieren.

Wertvolles Muttertier welches nach kurzem und schonungsvollem Fang zurückgesetzt wird und so weiterhin für Nachkommen sorgen kann


Da der Hecht unter günstigen Bedingungen sehr produktiv ist spricht hingegen nichts dagegen wenn man die kleineren Nachkommen
zum Verzehr entnimmt. Die Fischerei ist ja vor allem auch Beutefang, daher Nahrungsbeschaffung in der Natur seit Urzeiten.

Laichhabitat des Hechtes


Die Frage wie lange noch! Die Zizerser Badegumpe ist vom Grundwasserspiegel abhängig welches direkt vom Rhein gespiessen wird.
Der Rhein jedoch gräbt sich infolge Wasserkraftnutzung und Kanalisierung immer tiefer in den Untergrund ein.

Ein Junghecht lauert auf Kleinfische




80% des Sees wird ohne Gegenmassnahmen im nahen Rhein in wenige Jahren trockengelegt. Eine Sohlenstabilisierung und Pegelerhöhung im nahen
Rhein ist das einzige Mittel dagegen.
Bild aktuell 2020 - nun auch diese Ecke praktisch ausgetrocknet


Vor rund 30 Jahren entsprach der hier gezeigte Hochwasserstand dem Normalniveau im Sommer


Der Hecht reguliert seinen Bestand selber. Gibts zu viele werden sie zu Kannibalen

Weitere Seen befinden sich im Engadin mit dem Taraspersee, im Misox mit dem Lago Dosso und als unerwünschte Neozoen,
auf natürliche Weise den Weg gefunden oder illegal ausgesetzt auch im Stausee in San Bernardino. In letzterem See hat der Hecht,
aber auch der Flussbarsch schwere Schäden am Saiblings- und Forellenbestand verursacht und sollte entnommen werden. Aus der
Pfanne munden die Stauseehechte im Gegensatz zu jenen aus dem Lago Dosso gut. Ansonsten kann ein mitunter fahler oder
modriger Geruch das Fischgericht umgeben. Hechte aus dem Lago Dosso sind bekannt dafür dass sie kaum für die Pfanne taugen.

Hechtangeln ist sehr arbeitsintensiv soweit man übers Fischen von Arbeit sprechen darf.
An schwierigen Gewässern eine Technik für Könner.




Ein gesundes kapitales Weibchen mit prallgefülltem Laib. Tausende Eier warten auf ihre Platzierung im Kraut.
Dieses herrliche Weibchen durfte weiter leben.


Sanfter Drill - sanftes Releasen zugunsten des Fortbestandes