Seeforelle

Die Seeforelle......

........ist die bodenseewandernde, durch künstliche Linienzucht aus ehemaligem Naturbestand hervorgebrachte Forelle, die sich
genetisch gering von der Bachforelle unterscheidet, aber im Gegensatz zur Bachforelle einen unbändigen Trieb zur Abwanderung
in den Bodensee besitzt. Mit 18 bis knapp 24 Zentimetern Länge verlassen sie das Bündner Flusssystem, um einige Jahre später 
als kapitale Fische ab Ende September bis in den November hinein zum Laichgeschäft zurück zu kehren. Ihr ehemaliges
Heimatgewässer waren diverse Bodensee Zuflüsse und in Graubünden zur Laichzeit die Zuflüsse wie z.B. Vorder- und Hinterrhein.
Heute lebt sie anstelle der heimischen Bachforelle aufgrund Besatzmassnahmen in vielen Bündner Seen. Ebenfalls wird sie im
Alpen-, Vorder- und Hinterrhein besetzt.

Seit dem Bau des Wasserkraftwerkes Domat-Ems im Jahr 1959 bis 1961 ist ihr eine erfolgreiche Reproduktion verwehrt. Schon wenige
Jahre nach dem Bau war der Bestand völlig zusammen gebrochen. Die Bündnergenetik war verloren. Doch immer wieder zogen einzelne
Individuen aus dem Bodensee den Rhein hoch und wurden um das Jahr 1990 einem Zuchtprogramm zugeführt. Hat sich bis Ende der
Fünfzigerjahre die Seeforelle beim Laichgeschäft immer wieder mit Bachforellen gekreuzt,  werden Heute geziehlt aufsteigende
Wanderfische gezüchtet und besetzt.

Für uns Bündner Fischer beschränkt sich der Nutzen auf einige wenige Exemplare die schon ab August hochziehen und somit
während der Fischereisaison in unsere "Reichweite" gelangen. Dank intensiver Vorarbeit und Antragstellung an den Kanton (AJF)
von Seiten unseres Vereins kann seit 2007 jeweils ab Februar im Alpenrhein von Domat Ems abwärts gefischt werden. So gelingt
mit viel Glück der Fang dieses oft kapitalen Fisches. Zwischen 800 und 1250 Exemplare steigen alleine über die Fischtreppe Domat/Ems
Reichenau auf. Hinzu kommt der Aufstieg in die Landquart.

Die Seeforelle, auch Rheinlanke genannt, hat aber auch ohne einen Nutzen für die Fischerei ihre Daseinsberechtigung.
Auf Grund der Wasserkraftnutzung verschwand diese Unterart fast vollständig bis der ehemalige Fischereiaufseher Heinz Guler mit
den mutmasslich "letzten" Exemplaren einen Zuchtstamm bildete und sie so vor ihrer Ausrottung bewahrte.

Mittlerweile werden diese Fische im Bündnerland in grossen Mengen besetzt und sind vom Bestand her nicht mehr bedroht.
Der Wandertrieb dieser Fische wird ihnen aber zu Verhängnis. Einmal über die Fischtreppe aufgestiegen laichen sie mehr oder weniger
erfolglos im Raum Tavanasa am Vorderrhein. Sind dann aber in den fast sicheren Tod geschwommen. Der Rückweg zum Bodensee
endet praktisch immer in den Turbinen des Wasserkraftwerkes Reichenau.

Beate Gimpel vom Fischereiverein Felsberg, fing dieses zurückwandernde Exemplar im Februar am Alpenrhein.
Unten ihr aufregender Fangbericht!




Mein grosser Fang!

 

Ein Erlebnis der ganz besonderen Art hatte ich an diesem Samstagnachmittag am Rhein bei Felsberg! Die schöne "Silberne"
zeigte sich mir bereits, bevor ich am Wasser parat war - ich traute meinen Augen kaum, als der schöne Fisch wie in Zeitlupe
aus dem Wasser tauchte und langsam wieder versank - und das gleich zweimal hintereinander!
Mit viel Herzklopfen versuchte
ich dann mit meiner - für den Rhein eigentlich fast zu leichten Montage - den Köder in Richtung Fisch zu werfen!

Ich hatte nur eine 22er Hauptschnur, ein 20er Vorfach und eine 7er Angel mit einem Regenwurm dabei! Dass ich auch noch
ganz alleine unterwegs war machte mir erst Sorgen, als der Fisch bereits nach dem 3. oder 4. Anwerfen an der Angel war!
Doch der Adrenalinschub in so einem Moment verleiht einem "Kräfte" und nach ein paar Minuten, die mir wie eine Ewigkeit
vorkamen, hatte ich die schöne Seeforelle in meinem Netz. Um sie aus dem Wasser zu heben, brauchte ich beide Hände
und in diesem Moment überwältigte mich der Anblick dieses schönen Fisches - zitternde Knie und Hände, ein Freudenschrei,
Freudentränen - alles auf einmal!!!
Dieses Glücksgefühl ist einfach unbeschreiblich - bestimmt wird mir dieses
wunderschöne "Petri-Heil" noch lange Zeit in Erinnerung bleiben!!!

 

Dieser schöne Fisch hatte das Mass von 68cm und war 2540g schwer - besonders freute mich noch, dass die Forelle
bereits abgelaicht hatte!

(Meine Fischerrute: DAIWA 3.20m, Rolle: Shimano 3000 GTE)