Seeforelle

Die Seeforelle......

........ist die bodenseewandernde, durch künstliche Linienzucht aus ehemaligem Naturbestand hervorgebrachte Forelle, die sich
genetisch gering von der Bachforelle unterscheidet, aber im Gegensatz zur Bachforelle einen unbändigen Trieb zur Abwanderung
in den Bodensee besitzt. Mit 18 bis 22 Zentimetern Länge verlassen sie das Bündner Flusssystem, um einige Jahre später 
als kapitale Fische ab Spätsommer bis in den November hinein zum Laichgeschäft zurück zu kehren. Ihr ehemaliges natürliches
Fortpflanzungsgewässer waren diverse Bodenseezuflüsse und in Graubünden die Landquart sowie der Vorder- und Hinterrhein
Dort trafen sie immer auf residente Bachforellen mit welches es zu einen genetischen Austausch kam.
Residente Form triff auf Wanderform!
Ein wichtiges Detail welches heute mit der künstlichen Zucht nicht und nur noch sehr eingeschränkt in freien Natur vorkommt.
Heute lebt sie anstelle der heimischen Bachforelle aufgrund Besatzmassnahmen in vielen Bündner Seen. Ebenfalls wird sie im
Alpen-, Vorder- und Hinterrhein besetzt.

Seit dem Bau des Wasserkraftwerkes Domat-Ems im Jahr 1959 bis 1961 ist ihr eine erfolgreiche Reproduktion verwehrt. Schon wenige
Jahre nach dem Bau war der Bestand völlig zusammen gebrochen. Die Bündner Genetik war verloren. Doch immer wieder zogen einzelne
Individuen aus dem Bodensee den Rhein hoch und wurden um das Jahr 1990 einem Zuchtprogramm zugeführt. Hat sich bis Ende der
Fünfzigerjahre die Seeforelle beim Laichgeschäft immer wieder mit Bachforellen gekreuzt,  werden Heute gezielt aufsteigende
Wanderfische gezüchtet und besetzt.

Für uns Bündner Fischer beschränkt sich der Nutzen auf einige wenige Exemplare die schon ab August hochziehen und somit
während der Fischereisaison in unsere "Reichweite" gelangen. Dank intensiver Vorarbeit und Antragstellung an den Kanton (AJF)
von Seiten unseres Vereins kann seit 2007 jeweils ab Februar im Alpenrhein von Domat Ems abwärts gefischt werden. So gelingt
mit viel Glück der Fang dieses oft kapitalen Fisches. Zwischen 800 und 1250 Exemplare steigen alleine über die Fischtreppe Domat/Ems
Reichenau auf. Hinzu kommt der Aufstieg in die Landquart.

Die Seeforelle, auch Rheinlanke genannt, hat aber auch ohne einen Nutzen für die Fischerei ihre Daseinsberechtigung.
Auf Grund der Wasserkraftnutzung verschwand diese Unterart fast vollständig bis der ehemalige Fischereiaufseher Heinz Guler mit
den mutmasslich "letzten" Exemplaren einen Zuchtstamm bildete und sie so vor ihrer Ausrottung bewahrte.

Mittlerweile werden diese Fische im Bündnerland in grossen Mengen besetzt und sind vom Bestand her nicht mehr bedroht.
Der Wandertrieb dieser Fische wird ihnen aber zu Verhängnis. Einmal über die Fischtreppe aufgestiegen laichen sie mehr oder weniger
erfolglos im Raum Tavanasa am Vorderrhein. Sind dann aber in den fast sicheren Tod geschwommen. Der Rückweg zum Bodensee
endet praktisch immer in den Turbinen des Wasserkraftwerkes Reichenau.

Beate Gimpel fing dieses zurückwandernde Exemplar im Februar am Alpenrhein.